Erbschaft ausschlagen, was gilt es zu beachten?

Kategorien: Aktuelles, Erbrecht

Jeder Erbe oder Miterbe kann eine Erbschaft ausschlagen.

Dies kommt insbesondere in Betracht, wenn der Nachlass überschuldet ist, also die Verpflichtungen, die der Erbe vom Erblasser zu übernehmen hat, höher sind als der Wert der Erbschaft.

Für die Nichtannahme einer Erbschaft ist jedoch unbedingt die sog. Ausschlagungsfrist zu beachten. Diese beträgt 6 Wochen ab Kenntnis von der Erbschaft.

Wird diese Ausschlagungsfrist nicht beachtet, gilt die Erbschaft grundsätzlich als angenommen.

Für die Ausschlagung bestehen auch Formerfordernisse. Diese muss persönlich vor dem Amtsgericht (Nachlassgericht) zu Protokoll erklärt werden oder aber schriftlich gegenüber dem Amtsgericht, wobei jedoch die Unterschrift vorher von einem Notar beglaubigt werden muss.
Wer die Ausschlagungsfrist versäumt, ist Erbe geworden und haftet für die Verbindlichkeiten des Erblassers mit seinem eigenen Vermögen. Bestehen Zweifel, ob ein Nachlass überhaupt werthaltig ist, empfiehlt es sich unbedingt rechtzeitig anwaltlichen Rat in Anspruch zu nehmen, um Nachteile zu vermeiden, die u. U. sogar existenzgefährdend sein können.

 

Prof. Kurt-Ulrich Mayer
Rechtsanwalt

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