Was versteht man unter einer Erbengemeinschaft?

Von einer Erbengemeinschaft spricht man dann, wenn ein Erblasser von mehreren beerbt worden ist. Die Erbengemeinschaft kann nur gemeinsam über Gegenstände verfügen und nicht der einzelne Erbe. Keinesfalls ist der Erbe mit der höchsten Quote berechtigt alleine Entscheidungen zu treffen. Solange die Erbengemeinschaft besteht, ist er auf die Zustimmung aller Miterben angewiesen. Hier gilt das sog. „Einstimmigkeitsprinzip“.

Um die Erbengemeinschaft zu beenden, müssen die Erben die Erbauseinandersetzung betreiben, d.h. die Nachlassgegenstände oder der Erlös aus ihrer Verwertung sind so unter den Erben zu verteilen, wie es der jeweiligen Erbquote entspricht.

Scheitert eine einvernehmliche Erbauseinandersetzung, kann jeder Erbe das Nachlassgericht anrufen und dieses um Vermittlung bitten.

Gelingt dem Nachlassgericht eine Einigung herbeizuführen, so erstellt und beurkundet es einen Auseinandersetzungsplan, aus dem ggf. auch vollstreckt werden kann.

Kommt aber auch durch die Vermittlung des Nachlassgerichts keine Einigung zwischen den Erben zustande, dann bleibt nur noch der Weg, eine Erbauseinandersetzungsklage bei Gericht einzureichen.

 

Prof. Mayer

Rechtsanwalt

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