Arzthaftung bei fehlerhafter therapeutischer Aufklärung

Stützt ein Patient einen Arzthaftungsanspruch auf fehlerhafte therapeutische Aufklärung hinsichtlich der Bedeutung eines Wiedervorstellungstermins zur Nachuntersuchung, trifft ihn die volle Beweislast dafür, dass er zu einer aus medizinischer Sicht notwendigen Nachuntersuchung nicht ordnungsgemäß einbestellt worden ist.

Zwar muss die Behandlerseite eventuelle Hinweise anlässlich der Vereinbarung eines Wiedervorstellungstermins vortragen. Der Patient hat hingegen als Fehler die therapeutische Aufklärung zu beweisen, dass er nicht im Zusammenhang mit der Erläuterung des Risikos einer Nichtbeachtung der gebotenen Wiedervorstellung darauf aufmerksam gemacht worden ist, dass ein Nachuntersuchungstermin erhebliche Bedeutung für seine Gesundheit hat.

Dies entschied das Oberlandesgericht Hamm und wies den Schmerzensgeldanspruch eines Klägers, der nach einer Injektion mit Lederlon 20 und Bucain in das linke Hüftgelenk stürzte und sich eine Fraktur zuzog, zurück.

OLG Hamm, Urteil vom 23.03. 2018,26 U 125/17

 

Gabriele Mayer

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Medizinrecht

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