Haftung des Arztes bei vorwerfbarem Diagnosefehler

Das OLG Hamm hat einen Arzt zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 10.000 € verurteilt mit der Feststellung, dass er auch weitere zukünftige Schäden zu ersetzen hat, weil dieser in vorwerfbarer Weise eine Fraktur in einer Röntgenaufnahme nicht gesehen hat.

Gestützt auf ein fachorthopädisches Gutachten stellt das Gericht fest, dass es sich behandlungsfehlerhaft war, eine nicht dislozierte Fraktur im Bereich der distalen Tiba des linken oberen Sprunggelenkes zu übersehen. Die Diagnose einer Prellung sei wegen der im gefertigten Röntgenbild erkennbaren Frakturlinien fehlerhaft gewesen. Wäre die Fraktur sofort richtig diagnostiziert worden, hätte die Möglichkeit bestanden, diese entweder konservativ mittels Gipsverband und Ruhigstellung oder operativ durch Verplattung zu behandeln. Da keiner der beiden Alternativen rechtzeitig erfolgte, leidet der Kläger jetzt an einem starken Verschleiß in dem betroffenen Sprunggelenk. Der Rückfuß steht schräg und die Gehfähigkeit ist stark eingeschränkt. Aus diesem Grunde besteht ein Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz.

OLG Hamm, Urteil vom 13.11.2018, 26 U 56/18

 

Gabriele Mayer

Rechtsanwältin – Fachanwältin für Medizinrecht

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