Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 € wegen groben Befunderhebungsfehler mit anschließender Sepsis und Multiorganversagen

Die Klägerin wurde nach einem Sturz wegen fortdauernder Beschwerden mit Injektionen behandelt. Eine Röntgenaufnahme wurde nicht veranlasst. Da sich bei der Sturzverletzung eine röntgenologische Befunderhebung als absoluter Standard geradezu aufdränge, wertete das Oberlandesgericht Brandenburg dies als groben Befundungsfehler mit der Folge der Beweislastumkehr. Es kam zu einem schweren Verlauf mit weitreichenden Folgen einschließlich eingetretener Sepsis, Multiorganversagen, multiplen Abszessen und dem Erfordernis einer Langzeitbeatmung.

Der Klägerin wurde ein Schmerzensgeld von 100.000 € durch das Oberlandesgericht Brandenburg zugesprochen.

 

OLG Brandenburg, Urteil vom 26.11.2015, Az. 12 U 182/14

 

Gabriele Mayer

Rechtsanwältin – Fachanwältin für Medizinrecht

 

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