50.000 € Schmerzensgeld nach Amputation des Unterarms aufgrund eines groben Behandlungsfehlers

 

Nach einer Prellung des rechten Unterarms und der rechten Hand eines Patienten wurden diese durch eine Gipsschiene ruhig gestellt. Im Rahmen der Nachsorge durch die beklagten Hausärzte zeigten sich ca. eine Woche nach dem Unfall am rechten Unterarm eine deutliche Schwellung, ein Hämatom und eine Bewegungsminderung mit massiven Schmerzen. Der behandelnde Arzt ließ die Gipsschiene erneuern und verordnete ein Schmerzmittel. Drei Tage später suchte der Kläger die Praxis erneut auf, weil sein rechter Arm dick geschwollen und insgesamt druckempfindlich war. Er wurde daraufhin an einen niedergelassenen Chirurgen und von diesem noch am selben Tage in eine Klinik überwiesen, wo ein fortgeschrittenes Kompartmentsyndrom am rechten Unterarm diagnostiziert wurde. Im Verlauf der sich anschließenden Behandlung musste der rechte Unterarm des Klägers amputiert werden.

Der den Kläger behandelnde Hausarzt hätte im Rahmen der ersten Nachsorgeuntersuchung die Möglichkeit eines Kompartmentsyndroms abklären müssen und ihn gegebenenfalls umgehend in chirurgische Behandlung überweisen müssen, entschied das OLG Hamm. Das Unterlassen einer derartigen Befundung ist als grob behandlungsfehlerhaft zu bewerten.

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 13.06.2017 – 26 U 59/16

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