Unzureichende Sicherung dementer Patienten

Ein Krankenhaus kann gegenüber einer dementen Patientin zum Ersatz des Schadens verpflichtet sein, den die Patientin erleidet, weil sie aus dem ungesicherten Fenster ihres Krankenzimmers in die Tiefe stürzt.

Eine stationär in das Krankenhaus der Beklagten aufgenommene demente Patientin mit Weglauftendenzen konnte durch Neuroleptika nicht ruhig gestellt werden und kletterte unbemerkt aus dem Zimmerfenster. Für die unfallbedingte Heilbehandlung und ein Krankenhaustagegeld wandte die Klägerin mehr als 93.000 € auf, die von der Krankenhausträgerin zu ersetzen sind.

Das Krankenhaus hätte die erkennbar demente Patientin vor einer Selbstgefährdung schützen müssen.

Konkret hätte das Öffnen des Fensters durch die Patientin verhindern werden müssen oder diese in ein ebenerdig gelegenes Krankenzimmer verlegt werden müssen.

 

Oberlandesgericht Hamm vom 17.01.2017 – 26 U 30/16
Gabriele Mayer

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Medizinrecht

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