60.000 € Schmerzensgeld bei faktischer Erblindung nach fehlerhaft behandelter Hirnblutung

Wegen heftigster Kopfschmerzen, die dem Grad 10 entsprachen, wurde ein Patient in der Notaufnahme eines Krankenhauses vorstellig.

Den Ärzten dieses Krankenhauses wird vorgeworfen, dass sie es unterlassen haben, unverzüglich eine Lumbalpunktion durchzuführen, um den begründeten Verdacht auf eine Subarachnoidalblutung (SAB) entweder auszuschließen oder zu bestätigen, damit weitere Behandlungsmaßnahmen schnellstmöglich eingeleitet werden können. Dieses Unterlassen wertete das Landgericht Osnabrück als ärztlichen Behandlungsfehler und dieses ärztliche Fehlverhalten führte dazu, dass der Patient eine Rezidiv-SAB und infolge davon eine Glaskörpereinblutung im Rahmen der SAB erlitt (sogenanntes Terson-Syndrom). Das Landgericht verurteilte den Träger des Krankenhauses, nach Anhörung eines medizinischen Sachverständigen, zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 60.000 € und zum Ersatz von materiellem Schaden, da der Patient auf seinem rechten Auge nunmehr punktuell erblindet ist und sein linkes Auge nur noch eine Sehschärfe von 0,1 aufweist.

Urteil des Landgerichts Osnabrück vom 11.04.2007, 2 O 575/04

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Medizinrecht Gabriele Mayer

 

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