Krankenhaushaftung bei Geburtsschaden

Der Bundesgerichtshof entschied bei einem Geburtsschadenfall über die Reichweite und den Zeitpunkt, der dem Arzt obliegenden Aufklärungspflicht, hinsichtlich der unterschiedlichen Risiken und Vorteile von verschiedenen Entbindungsmethoden.

Soweit deutliche Anzeichen dafür bestehen, dass sich der Zustand der Schwangeren bzw. der Geburtsvorgang so entwickeln könnte, dass ein Kaiserschnitt zu einer echten Alternative zur vaginalen Entbindung wird, muss der Arzt die Schwangere über die unterschiedlichen Risiken und Vorteile dieser zwei Entbindungsmethoden aufklären.

Eine nicht ordnungsgemäße Aufklärung führt zur Unwirksamkeit, der von der Patientin erklärten Einwilligung in den Eingriff und somit zur Haftung für durch diesen Eingriff verursachte Gesundheitsschäden. Es besteht ein Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld und auf Ersatz des materiellen Schadens.

BGH, Versäumnisurteil vom 28.10.2014, Az.: VI ZR 125/13

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Medizinrecht
Gabriele Mayer

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