Zu spät erkannte Hirnhautentzündung

Das OLG Oldenburg hat ein Krankenhaus wegen einer zu spät erkannten Hirnhautentzündung zu Schmerzensgeld und Schadenersatz verurteilt. Ein fünfjähriger Junge wurde mit Schüttelfrost und hohem Fieber in ein Krankenhaus eingewiesen, trotz Infusionstherapie verfärbte sich die Haut des Kindes deutlich. Im Laufe des Abends und in der Nacht erbrach sich das Kind mehrfach. Gegen 4.00 Uhr löste sich die Infusionsnadel, der Pfleger sah allerdings keinen Handlungsbedarf trotz mittlerweile deutlicher Hautverfärbung des Kindes, die von den Eltern fotografisch festgehalten wurde. Gegen 7.00 Uhr morgens wurde eine Hirnhautentzündung festgestellt. Aufgrund der Haut- und Gewebenekrosen mussten beim Kind beide Unterschenkel amputiert werden, es kam weiter zu zahlreichen Haut- und Muskeltransplantationen. Die Weigerung des diensthabenden Pflegers, umgehend einen Arzt einzuschalten, wurde als grober Behandlungsfehler bewertet, so dass nunmehr über Schadenersatz und Schmerzensgeld zu befinden ist.

OLG Oldenburg – Urteil vom 28.10.2015 (Az. – 5 U 156/13 -)

 

Gabriele Mayer

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Medizinrecht

 

 

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