Aufklärungspflichten bei unterschiedlichen Operationstechniken

Keine Aufklärungspflicht über Operationstechniken ohne wesentliche Unterschiede
Sind die Chancen und Risiken sämtlicher Operationsmethoden nahezu identisch, muss ein Arzt den Patienten nicht über die unterschiedlichen Operationstechniken aufklären.

Eine unterbliebene oder lückenhafte Risikoaufklärung ist nicht haftungsrelevant, wenn die Anhörung des Patienten ergibt, dass die versäumten zusätzlichen Informationen an seiner Operationseinwilligung nichts geändert hätten.

Hat ein Arzt Behandlungsunterlagen vernichtet, führt das gleichwohl nicht zu einer Beweiserleichterung bis hin zur Beweislastumkehr, wenn nach den gesichert verbliebenen Befunden keinerlei Anhalt besteht, dass sich aus den fehlenden Unterlagen etwas zu Gunsten des Patienten ergeben könnte.

Ein fundamental behinderter Kläger blieb mit der Haftungsklage auf mindestens 175.000 € Schmerzensgeld gegen einen Neurochirurgen, der ihn an der Halswirbelsäule operiert hatte, auch in zweiter Instanz erfolglos.

Oberlandesgericht Koblenz, Urteil vom 22.07.2015 – 5 U 758/14

 

Gabriele Mayer

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Medizinrecht

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