Arzt- und Krankenhaushaftung: Eine Haftung bei Vorliegen eines Diagnosefehlers bei völlig fern liegender Erkrankung und verspätete Krisenintervention

Das OLG Koblenz stellt in einem Beschluss fest, dass keine Haftung des Arztes bei einer Fehldiagnose besteht, wenn die tatsächlich vorliegende Erkrankung (hier: subfascialer Gasbrand) im Alltag eines durchschnittlichen Krankenhauses nicht anzutreffen ist und daher auch nicht in das Gefahrbewusstsein gerückt ist.

In dem vom OLG Koblenz zu beurteilenden Fall verstarb die Klägerin an den Folgen des Gasbrandes, der nicht rechtzeitig befundet wurde. Nach der operativen Versorgung einer Oberschenkelhalsfraktur im Krankenhaus schwoll das Bein der Klägerin an und sie erbrach sich. Der behandelnde Arzt untersuchte die Patientin mehrfach, beschränkte sich therapeutisch aber auf die Verordnung von Schmerzmitteln. Der Gasbrand wurde nicht rechtzeitig diagnostiziert. Eine Haftung für die verspätete Krisenintervention, aufgrund der richtigen Diagnose, schloss das OLG Koblenz ebenfalls aus. Denn es konnte nicht festgestellt werden, ob bei rechtzeitigem Handeln der Tod der Patientin hätte verhindert werden können.

 

OLG Koblenz, Beschluss vom 27.01.2014, Az.: 5 U 1383/13

Gabriele Mayer

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Medizinrecht

 

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