Wann ist von einem Behandlungsfehler im rechtlichen Sinne auszugehen?

Wann ist von einem Behandlungsfehler im rechtlichen Sinne auszugehen?

 Von Fachanwältin für Medizinrecht Gabriele Mayer.

 Jeder Arzt ist verpflichtet, den Patienten nach dem anerkannten und gesicherten Standard der medizinischen Wissenschaft zu behandeln. Als Behandlungsfehler ist daher jeder Verstoß gegen die Regeln und Standards der aktuellen ärztlichen Wissenschaft zu verstehen. Das Absehen von einer medizinisch gebotenen Vorgehensweise, die sich nach dem medizinischen Standard des jeweiligen Fachgebiets bestimmt, begründet einen ärztlichen Behandlungsfehler. Es ist also ein objektiver medizinischer Facharztstandard maßgeblich. Eine Haftung des Arztes entfällt also nicht etwa, wenn er aus subjektiven Gründen (ungenügende Kenntnisse, Übermüdung wegen langer Dienstzeiten, Arbeitsüberlastung, ungenügende Erfahrung) diesen geschuldeten Standard nicht einhält.

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