Arzthaftung: Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 200.000 €

Wegen eines Verstoßes gegen die anerkannten Grundsätze ärztlicher Kunst hat ein Patient seinen Operateur erfolgreich vor dem Oberlandesgericht Köln auf Schmerzensgeld verklagt. Der Arzt hatte die Schädelbasis des Klägers im Bereich des Siebbeines verletzt und dabei einen knöchernen Defekt von 1 cm x 2 cm sowie eine Gewebeverdrängung mit Blutung bis in die Hirnventrikel an einer Stelle verursacht, an der er nach Auskunft des Sachverständigen „nichts zu suchen“ hatte. Neben weiteren Schädigungen hat der Kläger zudem einen irreversiblen Verlust seines Riechvermögens erlitten. Das Oberlandesgericht Köln hielt ein Schmerzensgeld in Höhe von 200.000 € für angemessen, da der Kläger durch diesen Eingriff in nahezu allen Bereichen des privaten Alltags erheblich eingeschränkt sei.

Gabriele Mayer

Rechtsanwältin – Fachanwältin für Medizin

OLG Köln, Urteil vom 13.04.2016;  5 U 107/15

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